In der Altenpflege herrscht Personalmangel - das eröffnet auch Quereinsteigern und Umschülern gute Jobchancen. Sie können heute im Prinzip schon innerhalb weniger Wochen in den Beruf wechseln: Angebote für Schnelleinsteiger gibt es genug.
«Wir haben in dem Bereich einen Wildwuchs unterschiedlicher Anbieter, das reicht von halbjährigen Lehrgängen bis zum Vier-Wochen-Kurs», sagte Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe in Berlin. Umschüler seien nach solchen Kursen aber oft überfordert, warnte Knüppel. «Viele stellen sich das zu einfach vor. Aber nicht jeder eignet sich für den Beruf.» Viele Umschüler stiegen daher schnell wieder aus, weil sie mit den Belastungen nicht klarkommen. Das gelte zum Beispiel bei der Betreuung von Demenzkranken, die zum Teil auch aggressiv reagieren können. «Dem sind viele nach einem Vier-Wochen-Crashkurs nicht gewachsen.»
Die privaten Alten-Pflegeeinrichtungen fürchten einen dramatischen Fachkräftemangel. Nach Angaben des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste in Berlin werden in den nächsten zehn Jahren rund 300 000 zusätzliche Pflegekräfte in Deutschland gebraucht.
Schon jetzt würden Pfleger dringend gesucht, sagte Knüppel. Deswegen dürfe aber nicht jeder Quereinsteiger eine Jobgarantie erwarten. «Hilfskräfte gibt es genug, in den vergangenen Jahren hat man dafür massenweise Arbeitslose rekrutiert», sagte Knüppel. Die Heime seien mit Hilfspersonal regelrecht «zugeschüttet» worden. Der Bedarf sei aber ein völlig anderer: Es fehle an qualifizierten Fachkräften. «In der Altenpflege ist es schließlich vorgeschrieben, dass für bestimmte Tätigkeiten nur ausgebildete Pfleger eingesetzt werden dürfen.»
Um vollwertig eingesetzt werden zu können, sei eine meist dreijährige Lehre zum Altenpfleger oder zum Gesundheits- und Krankenpfleger Voraussetzung. Für Jüngere, die Altenpfleger als künftiges Berufsziel haben, sei dieser Weg in den Beruf auf jeden Fall die erste Wahl, sagte Knüppel. Sie kommen mit einer in der Regel einjährigen Ausbildung zum Helfer in der Gesundheits- und Krankenpflege zwar schneller ans Ziel. Damit würden sie allerdings auch schlechter bezahlt als Pfleger mit einer längeren Ausbildung. «Und die schlechte Bezahlung ist eh ein Grund dafür, dass viele frustriert den Beruf wieder verlassen.»
Zum Beruf des Altenpflegers führen viele Wege. Es gibt zwei staatlich anerkannte Ausbildungen, die in der Regel drei Jahre dauern. Dazu gehört zum einen die Lehre zum Altenpfleger, bei der Azubis an der Berufsschule lernen und in Pflege-Einrichtungen tätig sind. Zum anderen gibt es die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, die an Berufsfachschulen absolviert wird. «Der Vorteil an dieser Ausbildung ist, dass sie auch im Ausland anerkannt ist», erklärt Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. «Das gilt für die Ausbildung zum Altenpfleger nicht.»
Einen schnelleren Einstieg ermöglicht die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer. Sie dauert in den meisten Bundesländern ein Jahr, in Hamburg und Niedersachsen zwei Jahre. Daneben gibt es Kurse und Lehrgänge, die zum Teil von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden. Hierbei erhalten Teilnehmer nach dem Abschluss in der Regel ein Zertifikat des jeweiligen Anbieters. Außerdem gibt es inzwischen vermehrt Studienangebote an Hochschulen für Fachkräfte in der Altenpflege. Sie sind stärker auf das Managen von Heimen und anderen Pflege-Einrichtungen ausgerichtet.
