Uetersener Nachrichten vom 07.01.2010 20:33
Kann die KGST Gesamtschule bleiben?
Dr. Klug kündigte eine Weiterentwicklung des neuen Schulgesetzes an / Mehr Kompetenzen für die Schule vor Ort. Rolf Maßow kam aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Mehr als 100 Gäs-te hatten sich im Deutschen Haus versammelt, um anlässlich des Dreikönigstreffens der FDP Uetersen den Worten von Kultusminister Dr. Ekkehard Klug zu lauschen.Von Klaus Plath
Uetersen. Es war das letzte Dreikönigstreffen der FDP im Deutschen Haus. Denn: Am 31. Januar ist Schluss mit der Gastronomie und dem Hotelbetrieb an der Kirchenstraße. Das Ehepaar Hansen verlässt Uetersen in Richtung Süden. Somit war der Besuch des Kultusministers zum einen ein Höhepunkt in der mehr als 30-jährigen Ära dieser Neujahrs-Treffen, zugleich aber auch das große Finale. Die vielen Besucher waren jedoch nicht wegen der Verabschiedung des Inhaberehepaares durch den FDP-Ortsvereinsvorsitzenden Rolf Maßow gekommen, sondern weil sie hören wollten, was ihnen Ekkehard Klug zum Thema Bildung zu sagen hatte.
Bildung sei ein hohes Gut und wichtig, um das Wohl aller zu erhalten, begann Dr. Klug. Bildung sei aber nicht Aufgabe der Lehrer alleine, sondern vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung.
Paukschulen lehne er ab. Das Fördern und Fordern hingegen nicht. „Kompetente Lehrer vermitteln den Schülern die Faszination ihrer Fächer. Sie haben die Ergebnisse der Bildung aber nicht alleine in der Hand.“, so der Kultusminister. Stärker in den Vordergrund gerückt werden müssten die Inhalte der Fächer, gerade solcher, die Werte vermitteln. Ihm sei es daher besonders wichtig, der Lehrer-Unterversorgung in musischen Fächern entgegenzuwirken.
Das Ministerium lehne ein starres Schulsystem ab. Bildungsziele und Bildungsstandards würden zwar weiterhin von Kiel vorgegeben, der Weg dorthin aber solle von der einzelnen Schule vor Ort erarbeitet werden. Mehr Freiheit für die Schulen! Das ist ein Credo der neuen FDP-Bildungspolitik. So können Grundschulen zukünftig selber darüber entscheiden, ob sie den jahrgangsübergreifenden Unterricht praktizieren wollen oder nicht. Bei den Gemeinschaftsschulen im Land möchte Ekkehard Klug die äußere Differenzierung einführen (neben der Binnendifferenzierung), ähnlich einer Kooperativen Gesamtschule. Nahziel dabei soll eine größere Gestaltungsfreiheit sein, Fernziel nur noch eine einzige weiterführende Schule neben dem Gymnasium, das sich in Zukunft auch wieder neunstufig ausrichten darf.
Wenn sich alle Gemeinschaftsschulen in Zukunft stärker an der Kooperativen Gesamtschule anlehnen können, kann die Kooperative Gesamtschule in Tornesch dann nicht als KGS bestehen bleiben?
Dr. Klug stellte das in Aussicht, das werde derzeit von der Koalition beraten. Auf jeden Fall werde die KGST zum nächsten Schuljahr nicht zwangsumgewandelt. Bürgermeister Roland Krügel und Ursula Eßler aus Tornesch hörten das gerne.
Dem Bildungsministerium gehe es nicht um eine erneute Reform der Schullandschaft, es soll vielmehr vorsichtig in vorhandene Strukturen eingegriffen werden mit dem Ziel, mehr Flexibilität zu ermöglichen.
Nichtzuletzt sagte Klug, dass die Schulform Realschule erhalten bleiben könne, sofern das Volksbegehren zustande komme.
Die Entscheidung darüber obliege dann aber ausschließlich dem Schulträger, nicht der Schule. Wolfgang Balasus von der Gustav-Heinemann-Realschule hatte Entsprechendes angeregt. Alles andere sei ein Sys-tembruch, so Dr. Klug.
In den letzten 7 Tagen schon 10 mal gelesen - zuletzt am 30.07.2010 um 03:40.
|
|||||||||||||||










