vom 02.02.2012 21:03
Das hat der Hamburger Insolvenzverwalter Heiko Fialski gestern mitgeteilt. Mit Zustimmung des von der Gläubigerversammlung gewählten Gläubigerausschusses hat die Firma OleoServ GmbH, eine 100-prozentige, selbstständige Tochter der Fritz Köster AG (Hamburg), die Betriebsstätte und den überwiegenden Teil der Arbeitnehmer übernommen. „In Anbetracht des bekannt schwierigen Umfeldes bei der Firma Harles & Jentzsch freuen wir uns im Sinne der Gläubiger, der Arbeitnehmer und der Stadt Uetersen, dass ein Verkauf des Betriebsvermögens gelungen ist“, so der Insolvenzverwalter.
„Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, dass die Produktionsstätte und ein Teil der Arbeitsplätze dauerhaft erhalten werden können.“ Die Aufgaben des Insolvenzverwalters werden wegen des erfolgten Verkaufs ab sofort vor allem in der Prüfung der angemeldeten Schadenersatzforderungen liegen.
Die Übernahme des Grundstücks, der Gebäude und der Anlagen an der Deichstraße erfolgt zum 1. März dieses Jahres. Alle technischen Mitarbeiter der Protank GmbH werden übernommen.
Als Servicedienstleister wird das neu gegründete Unternehmen OleoServ zukünftig für andere Unternehmen Auftragsproduktionen und diesbezüglich Dienstleistungen anbieten. Dies umfasst im speziellen die Be- und Verarbeitung sowie die Lagerung von pflanzlichen Ölen, Fetten und Fettsäuren sowie deren Derivate.
OleoServ wird nun alle am Betriebsstandort befindlichen Anlagen und Maschinen einer umfangreichen Nachprüfung unterziehen, um die dort umsetzbaren Optionen sowie deren Investitionsbedarf zu ermitteln. Erst auf dieser Grundlage, wird dann zum gegebenen Zeitpunkt darüber entschieden, welche konkreten Produkte dort gefertigt und gelagert werden sollen. Bereits jetzt wickeln OleoServ-Mitarbeiter als Dienstleister für den Insolvenzverwalter vorhandene Rest-Auftragsbestände ab, die Anwendung in der technischen Weiterverarbeitung finden.
OleoServ-Geschäftsführer Sven Müller-Sönnewald: „Der Standort ist logistisch hervorragend gelegen. Von potenziellen Kunden haben wir bereits positive Reaktionen auf die Übernahme der Betriebsstätte erhalten. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir mit unseren Dienstleistungen eine entsprechende Nachfrage etablieren werden. Besonders freut mich auch, dass wir in dieser strukturschwachen Region Arbeitsplätze sichern und den Mitarbeitern eine wirtschaftliche Perspektive bieten können.“
Der Kauf des Grundstückes und der technischen Anlagen hat keinerlei Einfluss auf die andauernden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die frühere Harles-&-Jentzsch-Geschäftsführung.
Die Gesellschaft besteht weiter und hat mit OleoServ nichts zu tun. Denn die GmbH (der Betriebsname) wurde nicht gekauft. Die Ermittlungen werden nach UeNa-Informationen in etwa zwei Wochen abgeschlossen sein.
Dann steht fest, ob sich Harles-&-Jentzsch-Geschäftsführer Siegfried Sievers und andere aufgrund der Vorfälle des mit Dioxinen belasteten Futterfettes vor Gericht verantworten müssen oder ob das Verfahren von staatsanwaltlicher Seite eingestellt wird.
