Straßenlaternen leuchten ökologisch
Klimawandel Appen investiert, spart und schützt die Umwelt. Von Thomas PöhlsenAppen. In Appen sollen bis 2011 alle Straßenlaternen ausgetauscht werden. Die neuen Lampen leuchten nicht nur besser die Straßen und Wege aus und die Gemeinde spart kräftig Energiekosten, sondern sie tut damit auch etwas gegen den Klimawandel. Zurück geht die Investition auf eine Idee der Sozialdemokraten, der sich die beiden anderen Fraktionen angeschlossen haben. „Wir sind schon ein bisschen stolz“, so der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ulrich Rahnenführer.
Eine aktive Umweltpolitik zu betreiben, hatten sich die Genossen in ihr Kommunalwahlprogramm 2008 geschrieben. Doch wie schafft man es, auf der untersten kommunalen Ebene etwas für den Klimaschutz zu tun? Dazu organisierten sie eine Veranstaltung, während der Ideen gesammelt wurden. Neben dem umweltpolitischen Sprecher des SPD-Landesvorstandes Stefan Bolln war auch der Appener Sozialdemokrat und Nabu-Kreissprecher Hans Ewers dabei. Der brachte das Projekt „ökologische Straßenbeleuchtung“ des Naturschutzbundes ins Gespräch. Schließlich gehen 40 Prozent der Energiekosten der Gemeinde für die Straßenbeleuchtung drauf.
Rund 480 der 500 Appener Laternen brennen mit sogenannten HQL-Lampen. Die dürfen ob ihrer hohen Kohlendioxidausstoßes sowieso nur noch bis 2015 produziert werden, hat die EU verfügt. Argumente, die CDU und FDP überzeugten. Es wurde Anfang 2009 Geld für einen Start-Workshop mit Unterstützung des Nabu-Bundesverbandes genehmigt. Danach engagiert man die Firma Indal aus Hamburg als Berater.
Kurzfristig wurde über die Anschaffung von LED-Leuchten diskutiert, die derzeit jedoch noch zu teuer sind. Auf sinkende Preise wollten die Appener Gemeindevertreter jedoch nicht warten, sondern jetzt handeln. Zwischendurch sah es so aus, als ob Fördergelder des Bundes-Umweltministeriums eingeworben werden könnten, doch diese Hoffnung hat sich letztlich zerschlagen. Auch ohne Bonner Zuschuss rechnet sich das Projekt für die Appener, also wurde daran festgehalten.
177000 Euro wird die Gemeinde in diesem und im nächsten Jahr in die Öko-Leuchten investieren. Das Vorhaben soll über einen Kredit finanziert werden. 18000 Euro spart Appen im ersten Jahr. Nach sieben bis zehn Jahren so die Prognose, rutscht die Kommune in die Gewinnzone. Der Kohlendioxidausstoß kann zudem von 109 Tonnen auf 40 Tonnen jährlich reduziert werden.
Für Ulrich Rahnenführer lohnt es sich also, sich auf kommunaler Ebene um den Klimaschutz zu kümmern. „Bemerkenswert ist es, dass wir in nur gut einem Jahr so viel bewegen konnten.“
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