Die Jagd auf Kunden
Einzelhandel Pinneberg und Elmshorn wollen Innenstädte attraktiver machen. Von Sebastian Kimstädt Elmshorn/Pinneberg. In Elmshorn und Pinneberg ist eine Diskussion darüber entbrannt, wie wieder mehr Kunden in die Innenstädte gelockt werden können. Dabei scheinen beide Städte unterschiedliche Wege gehen zu wollen.
Elmshorn hat bei dem Büro Bulwien-Gesa ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag gegeben. Die Hamburger Experten haben auch schon die Einzelhandelslandschaft in Uetersen untersucht. Für Elmshorn empfehlen sie eine schnellstmögliche Reaktivierung des leerstehenden Hertie-Kaufhauses. Außerdem sollte die Stadt versuchen, in der Innenstadt sogenannte „Kunden-Magnete“ anzusiedeln. Damit sind großflächige Elektronikfachgeschäfte wie Saturn oder Media-Markt gemeint.
Eine ähnliche Empfehlung gibt die Pinneberger Stadtverwaltung zur Belebung der Kreisstadt. Doch im Gegensatz zu Elmshorn rührt sich in Pinneberg Widerstand gegen große Fachmärkte. Die in der Wirtschaftsgemeinschaft zusammengeschlossenen Innenstadtkaufleute befürchten, ein Media-Markt könnte der „City den Todesstoß“ versetzen. Sie fordern eine „fantasievolle Überplanung“ der Innenstadt. So gibt es beispielsweise die Überlegung, das ehemalige Sparkassengebäude am Friedrich-Ebert-Damm abzureißen und die Durchgangsstraße zu verschwenken, um Platz für neue Geschäfte mit direkter Anbindung an die Fußgängerzone zu schaffen. Die Kaufleute wünschen sich zudem eine Etablierung des Wochenmarktes vor der Drostei.
In Elmshorn will man dagegen einen anderen Weg gehen. Statt die Geschäfte und Angebote rund um die Fußgängerzone zu konzentrieren, wollen die Planer den Innenstadtbereich ausweiten. Nach Ansicht der Einzelhandelsexperten von Bulwien-Gesa eine gute Idee. Sie plädieren dafür, ein „multifunktionales, lebendiges Quartier mit hohem Anteil Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen zu schaffen.“
Die Planer stellen in ihrem Gutachten aber auch fest, dass für einen Elektronikriesen in Kombination mit einem großen Verbrauchermarkt mindestens 350 bis 500 zusätzliche Stellplätze und damit ein Parkhaus benötigt werden. Wo das entstehen kann, ist unklar.
Die Stadt hat schon jetzt ein Parkraumbewirtschaftungskonzept in Auftrag gegeben. Unabhängig davon werden die Parkflächen in der Innenstadt bereits neu geordnet. Der Buttermarkt bekommt jetzt Schranken. Kunden müssen dann nur noch für die Zeit bezahlen, in der sie auch wirklich geparkt haben.
In den letzten 7 Tagen schon 4 mal gelesen - zuletzt am 31.08.2010 um 09:23.
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