Einsatz für die Würde des Menschen
Freiwilliger Sozialer Dienst Leevke Sörensen geht für ein Jahr in das French-Hospital nach Jerusalem. Von Sylvia KaufmannTornesch. Soziales und christliches Engagement spielt in der Familie der jungen Tornescherin Leevke Sörensen eine große Rolle. Und so war es für die 19-Jährige fast eine Selbstverständlichkeit, dass sie nach Beendigung der Schulzeit – vor wenigen Wochen hat sie am Elmshorner Bismarck-Gymnasium ihr Abitur abgelegt – ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Und gerne wollte sie ihren Einsatz für andere Menschen im Ausland leisten und dort Erfahrungen sammeln. Am 13. September wird Leevke Sörensen nun nach Israel fliegen, um dort für elf Monate in einem Jerusalemer Hospiz schwerstkranken und sterbenden Menschen zur Seite zu stehen.
Den Tätigkeitsort für ihr freiwilliges soziales Jahr hat sie über die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) Berlin e.V. gefunden. „Ich habe mich erst für ein soziales Jahr in Großbritannien interessiert, aber nichts Passendes gefunden. Und bei der Suche nach Alternativen bin ich auf die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste Berlin und deren internationale Einsatzstellen gestoßen“, erzählt Leevke Sörensen. Die Entscheidung für Israel und das St. Louis French-Hospital sei schnell gefallen. Auch ihre Eltern und Geschwister hätten sie bestärkt, ihren sozialen und christlichen Einsatz Menschen in einem Hospiz zu widmen.
Unvorbereitet stellt sich Leevke Sörensen dieser schwierigen Aufgabe, bei der sie jeden Tag mit schwerer Krankheit, Sterben und Tod konfrontiert wird, natürlich nicht: Sie hat gerade ein mehrere Wochen umfassendes Praktikum am Elmshorner St. Johannis Hospiz absolviert. Und die Aufgaben, die sie dort unterstützend bei der Pflege und Versorgung der Hospiz-Gäste erfüllt hat, werden denen am French-Hospital gleichen. Und dazu gehören Mithilfe bei der täglichen Körperpflege, beim Einnehmen der Mahlzeiten und vor allem einfach da sein für menschliche Zuwendung und das Geben von Geborgenheit und Würde. Und diese Zuwendung seien Gespräche und Zuhören oder einfach nur am Bett sitzen und eine Hand halten, weiß Leevke Sörensen.
„Ich will schwerstkranken Menschen helfen, würdevoll zu leben und sie beim Abschiednehmen vom Leben nicht alleine lassen“, so die junge Tornescherin, die nun fast schon auf gepackten Koffern nach Jerusalem sitzt. Das St. Louis Hospital in Jerusalem, in dem Leevke Sörensen auch wohnen wird, wurde 1851 vom französischen Konsulat gegründet und dem lateinischen Patriarchen zur Verfügung gestellt. Die Pflege der Kranken wurde den in Frankreich entstandenen „Josephs-Schwestern von der Erscheinung“ übertragen, die 1848 als erster Frauenorden ins Heilige Land gekommen waren.
Heute verfügt das christliche Haus, das in das Gesundheitssystem Jerusalems eingebunden ist, über 45 Betten und betreut Krebskranke im fortgeschrittenen Stadium, chronisch Kranke, ältere Menschen nach Schlaganfällen und Koma-Patienten. Es wird keine Unterscheidung gemacht zwischen Palästinensern und Israelis, Juden, Christen und Moslems. 20 Freiwillige vorwiegend aus Deutschland, Dänemark und Frankreich würden das Ärzte- und Schwesternteam unterstützen, so Leevke Sörensen. Sie hält bereits E-Mail-Kontakt zu einer Freiwilligen und zu den Vertretern der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste in Israel. Vom 3. bis 10. September wird sie in Berlin an einem Vorbereitungsseminar auf ihren Einsatz am French-Hospital teilnehmen. Von Berlin aus fliegt sie dann nach Israel.
Elf Monate lang an sechs Tagen pro Woche, jeweils sechs Stunden am Tag und auch in Nachtschichten, wird die 19-Jährige, die in Privatstunden Hebräisch-Unterricht genommen hat, dann Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens in der letzten Phase des Lebens begleiten.
Die Kosten für den Freiwilligendienst, die Vorbereitungs- und Begleitseminare, Taschengeld und Versicherungen kann der IJGD nicht alleine tragen. Deshalb hat auch Leevke Sörensen einen Förderkreis aufgebaut, dem die Familie und ein Thailändisches Restaurant in Uetersen angehören. Wer das Engagement der Tornescherin, die natürlich die Kosten für Flug, Visum und Gesundheitszeugnisse privat trägt, unterstützen möchte, erhält unter 04122/52904 Informationen.
In den letzten 7 Tagen schon 24 mal gelesen - zuletzt am 31.08.2010 um 23:48.
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