Uetersener Nachrichten vom 12.03.2010 20:54
Unternehmer treffen sich
Von Lars KaschaMerkur-Treff. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jörn Biel kritisiert Denkmalschutz. Elmshorn. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel hat zum insgesamt 14. Merkur-Treff geladen, den sie bereits das vierte Mal in Elmshorn ausrichtete. Langsam werde dies zur Tradition, erzählte der Hauptgeschäftsführer der IHK, Dr. Jörn Biel, den zahlreich erschienen Unternehmern.
In seiner kurzen Begrüßungsrede kam Biel auf den Denkmalschutz zu sprechen, der in seiner jetzigen Form für viele Unternehmer und auch Privatleute ein teures Ärgernis sei. Der Denkmalschutz belaste die Eigentümer dieser „Denkmäler“ oftmals in einer Art und Weise, die einer Enteignung gleiche, führte Biel aus. Neben vielen Beispielen für seine These, nannte Biel auch das in den 60er Jahren gebaute und heute denkmalgeschützte Rathaus in Elmshorn, das er als „energetische, funktionelle, brandschutztechnische, und nach heutigen Maßstab optische Fehlleistung eines später berühmt gewordenen Architekten“ bezeichnete.
Der IHK-Hauptgeschäftsführer sprach sich für einen „Denkmalschutz mit Augenmaß“ aus. Außerdem gab Biel einen kurzen Überblick über die volkswirtschaftliche Situation im Kreis Pinneberg. Das Bruttoinlandsprodukt im Kreis sei von 1992 bis 2007 um 52 Prozent gestiegen. Dies sei eine Entwicklung, die weit über dem Schleswig-Holsteinischen Durchschnittswachstum von 33,5 Prozent läge, erklärte Biel.
Positiv bewerteten die Pinneberger Unternehmer die die Arbeit der Verwaltung und die Verkehrsinfrastruktur im Kreis. Schlechtere Noten gab es für die regionale Wirtschaftsförderung und den Abbau von Verwaltungsauflagen.
Nach Biel trat Rolf Martens von Harry Brot ans Mikrofon und stellte sein Unternehmen, dessen Geschichte schon 1688 in Altona begann, vor. 1963 eröffnete das norddeutsche Vorzeigeunternehmen ein Werk in Schenefeld und somit im Kreis Pinneberg. Der Vortrag war neben der Darstellung der beeindruckenden Kerndaten des Unternehmens auch ein Aufruf zu mehr Qualität und seriöser Geschäftsführung. Harry Brot habe keine Anteilseigner und die Investitionen seien alle gut abgesichert, so dass Martens auch nicht über die Wirtschaftskrise sondern nur sein solide geführtes Unternehmen sprechen wollte.
Zum Abschluss der Veranstaltung bekam Martens von Biel und Michael Legband, dem Pressesprecher der IHK, mit einer Feuerhand-Petroleumlampe ein echtes Glanzstück norddeutscher Wirtschaft überreicht. Die Feuerhand wird auch heute noch in großer Stückzahl in Hohenlockstedt produziert und weltweit verkauft.
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