Uetersener Nachrichten vom 08.02.2010 21:31
Warnstreik sorgt für Ärger
Tarifkampf Die Elmshorner Stadtwerke fühlen sich zu Unrecht bestreikt. Von Sebastian Kimstädt Elmshorn. Mit wehenden Fahnen haben sich gestern die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu einem Warnstreik vor den Toren der Elmshorner Stadtwerke getroffen. Nach Meinung von Torsten Zipperling zu Unrecht. Der Stadtwerkechef wertet den Streik vor den Werktoren als einen Affront.
Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitgebern hat Zipperling, der früher selber Gewerkschafter war, für die Forderungen der Mitarbeiter Verständnis. Ihm geht es nach eigenen Angaben um die Außenwirkung. Durch die Kundgebung sieht der Stadtwerke-chef sein Unternehmen trotz arbeitnehmerfreundlicher Bedingungen stigmatisiert. „Die Gewerkschaft soll lieber vor Betrieben Stellung beziehen, die Personal abbauen“, fordert Zipperling.
Die Gewerkschaft klagt ihrerseits über das Verhalten der Elmshorner Stadtwerke. Mit Absperrgittern und Sicherheitspersonal habe der Betrieb die Streikenden auf Abstand gehalten, kritisiert der Bezirksgeschäftsführer von Ver.-di, Ralf Schwittay. Der Gewerkschafter nennt das Verhalten von Zipperling eine Provokation.
Doch es zeichnet sich auch eine Entspannung zwischen den Konfliktparteien ab. „Ich will nach dem Arbeitskampf mit der Gewerkschaft sprechen“, sagt Zipperling. „Die Hand hätte ich ihm auch gereicht“, sagt auch Schwittay.
Durch den Streit droht das eigentliche Anliegen der Gewerkschaft aber in den Hintergrund zu rücken. Die Arbeitnehmer haben gestern die Arbeit niedergelegt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ver.di fordert unter anderem fünf Prozent mehr Gehalt nach einer sozialen Staffelung und eine Verlängerung der Altersteilzeit. Dadurch will die Gewerkschaft Lehrlingen die Chance eröffnen, übernommen zu werden.
Kritik an der Finanzierbarkeit der Lohnforderungen wiesen Redner der Gewerkschaft bei der Kundgebung vor den Toren der Stadtwerke zurück. Ver.di-Fachbereichssekretär Andreas Bahn sagte: „Den Hoteliers wird das Geld hinterhergeworfen.“ Dabei würden die vier Milliarden Euro für die Mehrwertsteuerentlastung der Hotels reichen, um die Lohnforderung der Gewerkschaft zu erfüllen.
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