Uetersener Nachrichten vom 11.02.2009 21:07
Kreishaus-Neubau in Gefahr?
Der Vertrag zwischen der Stadt Pinneberg und der Impala Immobilien über den Bau des neuen Kreishauses am ehemaligen Pinneberger Güterbahnhof ist noch nicht in tro-ckenen Tüchern. Doch die Zeit drängt. Bis zum 20. Februar muss eine Einigung her, sonst platzt der Deal. Kommt dann Elmshorn zum Zuge? Von Sebastian Kimstädt
Pinneberg. Projektentwickler Florian Lewens und Bürgermeis-terin Kristin Alheit wollten eigentlich schon am Dienstag den städtebaulichen Vertrag über den Bau des neuen Kreishauses unterschreiben. Doch in letzter Minute traten noch Probleme auf. Die Beurkundung des Vertrages wurde verschoben. „Es habe noch Probleme im Grundbuch gegeben“, begründete die Bürgermeisterin die Verschiebung.
Florian Lewens sprach von „technischen Fragen“, die noch geklärt werden müssen. Unter anderem fehlten noch die neuen Bezeichnungen für die betreffenden Flurstücke.
Der eigentliche Knackpunkt dürfte aber die Eintragung einer Grundschuld für die Stadt in das Grundbuch sein. Mit der Eintragung will Pinneberg die Erschließungskosten für das Gelände absichern. Allerdings sind im Grundbuch bereits Eintragungen vorhanden. Die Stadt will aber in der Rangfolge an erster Stelle stehen. Und bevor das nicht gesichert ist, wird es von Pinneberger Seite aus wohl keine Unterschrift unter den Vertrag geben. Die von der Kreisstadt geforderte Rangfolge ist laut Projektentwickler Lewens auch „in Ordnung“ und nicht „strittig“. Er geht davon aus, dass es bis kommende Woche eine Einigung geben wird und der Vertrag noch vor dem 20. Februar unterzeichnet wird.
Sollten sich die Vertragspartner jedoch nicht einigen, könnte das gesamte Vorhaben noch scheitern. Die Konsequenz wäre dann eine neue Ausschreibung. Und ob Pinneberg dann weiterhin Standort der Kreisverwaltung bleibt, ist nicht klar. Mit dem Talkline-Gebäude werden in Elmshorn vermutlich bis Ende 2009 knapp 20000 Quadratmeter moderner Büroflächen frei. Der Kreis bräuchte nur 12000 Quadratmeter.
Der Chef der SPD-Kreistagsfraktion Hans-Helmut Birke plädiert allerdings im Falle eines Scheiterns des Kreishaus-Neubaus für eine Sanierung des alten Standortes.
In der Kreisverwaltung selber, will man dagegen nichts von einem Scheitern wissen. „Der Landrat beobachtet die laufenden Verhandlungen mit Gelassenheit und geht davon aus, dass Mitte März die Baugenehmigung vorliegen wird“, erklärte Sprecher Marc Trampe. Einen Plan B oder C läge nicht in der Schublade, sagte Trampe. Allerdings dürfte sich die Impala-Immobilien nach den Worten des Sprechers bei einem Scheitern des Neubaus wohl auf eine Konventionalstrafe einstellen.
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