Wer kauft die WEP?
Firma „OneVest“ aus Hamburg ist der zweite Interessent. Die Firma „OneVest“ des Hamburger Geschäftsmannes und CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Andreas C. Wankum hat Interesse an der WEP. Ein Vertreter von „OneVest“ bestätigte gegenüber den UeNa Gespräche im KreishauptausschussVon Sebastian Kimstädt
Pinneberg/Hamburg. Die Neugliederung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WEP scheint noch nicht in trockenen Tüchern zu sein. Mit der Firma „OneVest“ aus Hamburg gibt es neben der Eggert Verwaltungs GmbH (EVG) einen zweiten Interessenten, der die WEP kaufen will.
Michael Westenberger von „OneVest“ bestätigte am Freitag den UeNa auf Nachfrage, dass er die Vorstellungen seiner Firma am Mittwoch den Mitgliedern des Kreishauptausschusses vorgestellt habe. Auf die Inhalte wollte Westenberger nicht eingehen. „Das ist ein schwebendes Verfahren“, sagte er.
Auch der Vorsitzende des Hauptausschusses, Michael Hirsekorn (CDU), der Westenberger in den Hauptausschuss eingeladen hatte, schweigt zu den Ideen von „OneVest“. Der Christdemokrat sagte lediglich, dass es im Ausschuss weder einen Beschluss für „OneVest“, noch für das Angebot von Eggert gegeben habe. Im Kreistag kommende Woche soll es aber einen Beschluss über die Zukunft der WEP geben. Die aktuelle Vorlage der Verwaltung bleibt nach jetzigem Stand auf der Tagesordnung.
Nach Informationen der UeNa will die „OneVest“ für rund 17 Millionen Euro die Gewerbegrundstücke der WEP kaufen. Auf den 42 Hektar Fläche sollen in erster Linie Logistikbetriebe angesiedelt werden. Der Haken bei der Sache ist jedoch, dass „OneVest“ dem Vernehmen nach nicht auf einen Schlag das Geld überweist, sondern erst im Erfolgsfall für jedes Grundstück einzeln zahlen will. Bis also ein Grundstück verkauft wird, würde die WEP und der Kreis, der mit knapp 28 Prozent an der Gesellschaft beteiligt ist, auch weiterhin das finanzielle Risiko tragen.
Ob die Kreispolitiker da mitspielen, ist allerdings fraglich. Denn eigentlich wollte der Kreis eben diese Belastungen abgeben. Mit der Eggert-Variante würde der Kreis in jedem Fall auf einen Schlag seine Bürgschaften für die WEP in Höhe von 15 Millionen Euro loswerden. Auch will die EGV die Verbindlichkeiten der WEP übernehmen.
Das Eggert-Modell wird daher von der Verwaltung favorisiert. Offiziell gibt es für Landrat Wolfgang Grimme (CDU) außer dem Angebot von Eggert keine weitere Oferte. Dennoch soll der Landrat gestern Gespräche mit Vertretern von „OneVest“ geführt haben.
Mit dem Geschäftsführer der WEP, Harald Schroers, haben die Interessenten dagegen schon gesprochen. Schroers sagte den UeNa: „Ich verhandele seit einigen Wochen mit OneVest über ein größeres Grundstückspaket“.
Die Verhandlungen mit Eggert und die Gespräche mit „OneVest“ könnten am Ende in eine Kooperation der Firmen münden. Insider bezeichnen diese Möglichkeit als „hochinteressant“.
HINTERGRUND
Die „OneVest“ ist Vertragspartner von Pramerica. Pramerica ist eine Tochtergesellschaft der amerikanischen Prudential-Versicherungen und hat in Europa Immobilienfonds aufgelegt, in die entwickelte Logistikobjekte aufgenommen werden. Daher kommt auch das Interesse der „OneVest“ an Logistikgrundstücken.
Geschäftsführer der „OneVest“ ist der Hamburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Andreas C. Wankum. Der Geschäftsmann und Politiker war damit bekannt geworden, dass er federführend für den Umbau des Volksparkstadiums verantwortlich war und sich dabei finanziell überhoben hatte.
Auch Wankums Mitarbeiter Michael Westenberger ist als Fraktionschef der Bezirksversammlung Eimsbüttel in der Hamburger CDU aktiv. (sk)
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